8. Juni 2026
Notausstieglitz & Kollegen
- Notausstieglitz (Carduelis emergens Ahab, 2024)
- Aufstieglitz (C. elevans Ballermann, 2024)
- Abstieglitz (C. hadans Kraken, 2024)
- Anstieglitz (C. schwallhalla hikE, 2024)

Ornithologen stellten im Jahre 2024 fest, dass die Zahl der Stieglitze eine umfangreichere sei als in all den Jahrzehnten zuvor, wo diese hübsch bunten Finkenkleinodien nur den gelegentlichen Farbtupfer auf der Twitcherliste stellten.
Und jetzt sausen die Stieglitze gleich einem entfesselten Orkan aus Bonbonpapierchen herum, vermöchte die staunend-publikumgewordene Person den aufgeregten Teleobjektivogrammen der Vogelgucker (m/w/d) entnehmen.
Was ist da los, meine lieben Küken?
Als erstes dies: ja, es gibt mehr Stieglitze, denn die Stieglitzeltern brüten durchaus erfolgreich. Als zweites: nein, denn nicht jeder getwitchte Stieglitz ist auch einer! Auf der Twitcherliste fehlen mehrere Einträge!
Nur weil etwas hellbraun-rot-weiß-gelb-schwarz ist und dazu Stieglitzgeräusche macht, einen Stieglitz draus zu machen, ist fatal.
Denn hier werden sträflich unter’m Stieglitz auch die Notausstieglitze und Aufstieglitze subsummiert, vielleicht sogar noch die berüchtigten Abstieglitze, die in den Balltretliga-Stadien der Bundesrepublik sehr ungern wahrgenommen und daher nur vage und mit zugehaltenen Augen als aufgeregte Bonbonpapierchen oder bunte Spatzen tituliert werden.
Der Aufstieglitz wird von einigen auch als Lerchenfink bezeichnet, weil er immer auf dem Weg nach oben in den endlos-blauen Himmel ist; keiner weiß, wie das funktioniert, kluge britische Ornithologen wussten schon immer: What goes up, must come down. Noch klügere deutsche Ornithologen postulierten, dass Auf- und Abstieglitz eine Art seien; Feldforscher sahen diese aber niemals miteinander, nun ja, stieglitzen halt, sondern in höchst unterschiedlichen Richtungen aneinander vorbeisausen.
Bleibt noch der Notausstieglitz zu beschreiben, der, wenn er Pause hat, ebenfalls zur optischen und akustischen Vervielfachung der Striche auf den Twitcherlisten für frei fliegende und Stieglitztöne von sich gebende bunte Vögel beiträgt, von dem mensch aber dank aufmerksamer Busfahrer (m/w/d) den Brutplatz kennt. Der Notausstieglitz sitzt nämlich auf den Halterungen für die kleinen roten Hämmerchen neben den Scheiben und heizt dort seine zwei bis drei Eier bis auf Schlupftemperatur, um zum insgesamten Anstieglitz seinen praktischen Teil zu geben.
Staunend stehen wir Normallebewesen vor diesem ornithologischen Wunder und beobachten vollgetwichte Twitcherlisten mit einem angebauten Papierstück, die Spalte „Stieglitz“ nach rechts verlängernd, damit keine Beobachtungen in die Luft gemalt werden müssen.
Beteiligt:














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