22. Juni 2026
Fichtenkreuzschrauber
(Loxia screwa JULIA, 1990)
Dieser Finkenvogel, der als einziger der Gattung Loxia eine Schrauberspitze anstelle der sich überkreuzenden Schnabelspitzen entwickelt hat, ist nicht nur im Naturwald, sondern auch in dessen verschiedenen Derivaten heimisch. Besonders skandinavische Möbelfirmen haben Probleme, das durch ihn verursachte Verschrauben aller möglichen und unmöglichen Holzteile miteinander zu vermeiden. Bei IKEA verwendet man nur noch Imbusschrauben (aus eben diesem Grunde), andere Firmen haben es aufgegeben, Möbel zum Selbst-Zusammenbau herzustellen, und beschäftigen den Fichtenkreuzschrauber gezielt anstelle von Akku-Schraubern. Das löst auch die Entsorgungsprobleme für die Akkus, aber die dort eingesparten Gelder gehen für Lagerung und Transport der fertig montierten Möbel wieder drauf. So spart man zwar nichts und schont die Umwelt ebensowenig, aber das Problem der unkontrollierten Schrauberei ist gelöst. – Nur die Firmen, die weder Fertigmöbel liefern noch Imbusschrauben benutzen, sind angeschmiert – und schießen die Tiere, wo es eben geht, ab.
Der Fichtenkreuzschrauber ernährt sich von Körnern, nimmt aber ebenso gerne gewundene Dinge wie Schneckenhäuser, Sprungfedern, spiralig gewachsenes Holz, und versucht, diese in seine Nahrung einzubeziehen. Seine unersättliche Vorliebe für alles Gewundene hat schon manchem Kreuzschrauber eine Fahrkarte gen Himmel beschert, weil er mit dem Kopf drin hängen blieb oder das Ding in seinem Magen. Der DBV hat deswegen eine Bittschrift an die zuständigen Behörden geschickt, in der gefordert wird, das achtlose Wegwerfen von alten Kugelschreibern und anderen Gegenständen, die Spiralfedern enthalten, besonders in Nadelwäldern und Möbelfirmen, die vorwiegend Nadelholz verarbeiten, strengstens zu untersagen. Bisher sind die Behörden untätig geblieben, weil eine Verwicklung der Kugelschreiberindustrie in einen Umweltskandal momentan sehr ungünstige Folgen im Parlament zeitigen würde.
Beteiligt:














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