2. März 2026
Merkwürdigermeise, Interessantermeise, Normalermeise und Seltsamermeise
(Parus paradoxus ROHREIT, 1992; P. aufmerksamus WORTH, 1996; P. vulgaris WOYTILA, 1996; P. seltsamus SCHROETER, 1996)
Niemand kann eigentlich so richtig sagen, was an der Merkwürdigermeise (im Bild: c) so merkwürdig ist. Vielleicht ist es die Art und Weise, wie sie über die Schulter blickt, oder ein kleiner roter Punkt an der Schnabelspitze? Es könnte auch sein, dass die Füße irgendwie gelb sind oder dass der Vogel blaue Augen hat. Auf dem Schwarzweißbild jedenfalls sieht die Merkwürdigermeise völlig normal aus.
Die Interessantermeise (b) unterscheidet sich rein optisch eben falls nicht von einer normalen Meise (und schon gar nicht von der Normalermeise); nur ihr Verhalten verrät sie. Zu allem und jedem sagt sie nämlich: „Ach? Interessant!“ und: „Das ist aber interessant.“ Und sie ist noch neugieriger als alle anderen Meisen zusammengenommen (wenn es überhaupt möglich ist, noch neugieriger als eine Meise zu sein): die Interessantermeise wartet nicht erst auf’s Spischen (eine wirksame Methode zum Anlocken von Kleinvögeln), sondern sitzt einem schon lange vorher auf der Nase.
Die Normalermeise (d) ist irgendwie normaler als alle Meisen, die es gibt. Sie ist so unglaublich normal, daß es schon fast wieder merkwürdig ist. Irgendwas an ihr reizt zum zweimal hingucken, und es ist jedesmal aufs Neue eine Enttäuschung für den Orni, dass er wieder einmal eine Normalermeise vorm Feldstecher hat.
Die Seltsamermeise (a) wird oft für eine Rasse der Merkwürdigermeise gehalten; da sie aber nicht so fest im Gedächtnis bleibt wie jene, eben nicht ganz so merkwürdig ist, gestehen wir ihr einen eigenen Art-Status zu. Seltsamerweise fehlt in allen Büchern und Artikeln ein Hinweis auf die Seltsamermeise. Seltsam isses schon.
Beteiligt:














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