7. September 2026
Blindfliege, Faltenschnake, Rinderbremse & Waffenfliege
- Blindfliege (Dioptrienavia catappera Wiedelschräper, 2010)
Haben Sie eine Blindfliege mal fliegen sehn? Nein? Dann stellen Sie sich nun bitte eine Boeing 4711 in dichtem Nebel vor, der Pilot sagt zum Copiloten: „Boahr, was für ’ne Suppe da draußen. Schalt mal die Blindfluganlage ein.“, der Copilot drückt auf einen Knopf, und aus dem Bug der Maschine entfaltet sich ein Blindenstock… (dieser Witz stand lange vor 1985 mal in der Satirezeitschrift MAD, der ich hiermit meinen größten Respekt zolle!)
Die Blindfliege macht es ganz ähnlich, abgesehen davon, dass sie natürlich nicht annähernd die Größe einer Boeing 4711 erreicht, und dass ihr Pilot und Copilot zwei Schlundganglien sind. – Und wenn wir schon bei den Unterschieden zwischen einer Boeing 4711 und einer Blindfliege sind: erstere besitzt keine Halteren (Schwingkölbchen anstelle eines zweiten Flügelpaars: Merkmal der Zweiflügler), zweitere keine Düsenlaufwerke.
- Faltenschnake (Helicodipteria suturalia Wiedelschräper, 2010)
Die Faltenschnake ähnelt optisch erstaunlich einem Hubschrauber. Doch ist sie möglicherweise noch eitler als ein solches Gerät, denn sie legt vor dem Flug extrem viel Wert auf angemessene Kriegsbemalung. – Obwohl, wenn ich’s mir recht überlege, werden auch Hubschrauber gelegentlich stark geschminkt in der Luft angetroffen…
- Rinderbremse (Bradybubalus bovis Muhaha, 2010)
Die Rinderbremse ist ein unverzichtbarer Bestandteil für das Brems-System von Rindern. Sie kommt in Spanien nicht vor, was erklärt, warum die dort dauernd so massiven Stress mit Kampfstieren haben, dass es zu Stierkämpfen kommt.
- Waffenfliege (Stratiomimus scrofulus Muhaha, 2010)
Der Name klingt gefährlicher, als das Tier ist. Die Waffenfliege ist nämlich Schauspieler in meist mittelkleinen Western-, Horror- oder Piratenfilmproduktionen und wird dort als Böser Schurke ohne Sprechrolle eingesetzt. Sie sieht mit zwei Räuberpistolen, einer Handgranate und einem Messer in ihren vier Vorderpfoten so sehr nach zwei Bösewichten auf einmal aus, dass zur Darstellung einer Räuberbande nur halb so viele Komparsen notwendig sind, wie es bräuchte wenn man das alles herkömmlich mit menschlichen Statisten machen würde.
In Horrorfilmen ist die Waffenfliege sogar unverzichtbar, dort werden oft Nahaufnahmen ihrer stark und fies beborsteten Beine gemacht, und zwar vollkommen unabhängig davon, ob es in dem Film ursprünglich um einen flugfähigen Killerdinosaurierhai, einen menschenfressenden Riesenregenwurm oder um einen queeren Mörderkraken im Besitz eines Zombiebulldozers geht – Waffenfliegenbeine kommen immer gut vor der Kamera.
Eine der bekanntesten Waffenfliegenbein-Szenen vor der Kamera ist übrigens der Schwanz des „Alien“.














